Mittwoch, 5. August 2026

Rücktritt der Ortsbürgermeisterin von Dalheim

Dalheim, den 05.August 2026

Liebe Dalheimerinnen und Dalheimer,

nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, mein Amt als Ortsbürgermeisterin der Ortsgemeinde Dalheim zum 31. Juli 2026 niederzulegen.

Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Fast 7 Jahren setzte ich mich mit voller Überzeugung und großem persönlichem Engagement für unsere Gemeinde ein. Trotz der Corona-Krise und ständiger Finanzknappheit konnten einige Dinge für Dalheim umgesetzt werden. Größere Projekte, wie die Umstellung auf LED-Beleuchtung in der St.-Georg-Halle und bei den Straßenlampen konnten nur mit Hilfe von Förderungen realisiert werden. Die Packstation am Rathaus wurde von der Deutschen Post gesponsert. Der Glasfaserausbau wurde umgesetzt. Projekte, die von der Gemeinde finanziert wurden, sind die Urnenrasengrabfelder, eine neue Urnenstele, die Sanierung des Bergweges, die Installation eines Stromverteilers auf dem Freien Platz und die Anschaffung einer Pritsche für den Bauhof. Diese Anschaffungen wurden vom Gemeinderat beschlossen.  

Auch kleinere Dinge haben viele Bürger erfreut, wie die Anschaffung weiterer Abfallkörbe und Blumenkübel. Der von meinem Mann und mir gespendete Bücherschrank erfreut sich großer Beliebtheit. 

Die Bastel-, Mal- und Backaktionen mit der Jugend für die Senioren mit dem Kultur- und Sozialausschuss waren immer ein besonderes Erlebnis, die Wiederbelebung des Adventsmarktes eine tolle Sache. Dank der aktiven Menschen und Vereine in Dalheim war dies möglich, ebenso die Ausrichtung der Kerb am zweiten Maiwochenende. Die Beziehung zu unserer Partnergemeinde Szomolya in Ungarn wurde aktiviert und gepflegt; so hatten wir 24 Gäste zu unserer Kerb zu Besuch.

Die Kita in der Trägerschaft der Ortsgemeinde war z. T. sehr herausfordernd. Wo viele Menschen zusammenkommen gibt es viele Meinungen; leider auch Infekte und Krankheiten, die auch vor uns Erwachsenen nicht halt machen. So kam es immer wieder zu Einschränkungen in den Öffnungszeiten. Nicht jeder bewies hier starke Nerven und meine Sorge galt den Kindern, da sie Unruhe spüren. Auch in der Kita wurden bauliche Verbesserungen vorgenommen; zuletzt der Einbau einer Kühlanlage für 3 Gruppenräume.

Heute, im Jahr 2026, liegen die Meinungen über die Entwicklung von Dalheim weit auseinander. Die Rahmenbedingungen für eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat haben sich zunehmend verschlechtert. Dazu zählen insbesondere fehlende Haushaltsabschlüsse seit 2021, die von der Verbandsgemeinde zu erstellen sind. Es fehlt bis jetzt eine genehmigte Haushaltssatzung, dazu der Haushaltsplan für 2026, der Dalheim „gestaltungsunfähig“ macht. Hinzu kommt ein Misstrauen gegen meine Person mit Anschuldigungen und Untergrabung meiner Autorität.

Die Verbandsgemeinde hat entschieden, dass in Dalheim eine Grundschule gebaut wird. Dalheim muss die Erschließungskosten tragen (ca. 1 Mio. €), jedoch wurde die Übernahme der Kosten von der Verbandsgemeinde in Aussicht gestellt. Es wird als Synergieeffekt gesehen, in der Nachbarschaft ein Neubaugebiet mit auszuweisen. Die Kosten sind das eine, die bisher ungeklärte Entwässerungslage ist das andere. 

Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sehe ich persönlich die Ausweisung eines Neubaugebietes als höchst risikobehaftet. Nach meiner Einschätzung lassen sich 27 Baugrundstücke nicht in kürzester Zeit verkaufen. Hinzu kommt, dass die desolate Haushaltslage von Dalheim zukunftsweisende Aussichten verlangt, damit Dalheim zu einem ausgeglichenen Haushalt kommt. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass mit dem kompletten Verkauf der Baugrundstücke kein Gewinn für die Gemeinde zu erzielen ist und somit im unmittelbaren Anschluss ein weiteres Baugebiet erschlossen werden soll, mit Gewinneinnahmen. 

Für diese Entwicklung übernehme ich keine Verantwortung, zumal ich in Entscheidungsprozesse nicht eingebunden wurde und keinen Einfluss hatte. Eine Bürgerversammlung wäre informationsoffen geblieben, da ich selbst nicht über alles informiert wurde. Wie gesagt, die Entwässerung – Strategie fehlt bis heute. 

Eine Bebauung der Fläche nahe der Turnhalle wäre für mich tragbar gewesen. Die Grundschule sowie ein Neubaugebiet in diesem Areal am Tennisplatz mit Mitbenutzung der Turnhalle und des Sportplatzes von den Grundschülern hätte Sinn ergeben. Die Unterhaltung der Turnhalle kostet die Gemeinde ohnehin ca. 80.000 € im Jahr. Diese Kosten wären durch Fremdbeteiligung reduziert werden. 

Da die Entwicklung nun eine andere ist, möchte ich dieser nicht im Wege stehen. Streitigkeiten bringen Dalheim nicht voran. Ich vergleiche Gremienarbeit gerne mit einer Fußballmannschaft, die nur erfolgreich ist, wenn alle ein gemeinsames Ziel vor Augen haben und dieses konsequent verfolgen.  

Trotz meines Rücktritts bin ich überzeugt: Dalheim wird nicht untergehen. Unsere Gemeinde verfügt über engagierte Bürgerinnen und Bürger, starke Vereine und Menschen, die sich mit Hingabe für den Ort einsetzen.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mit mir in meiner Amtszeit zusammengearbeitet haben. Besonders dankbar bin ich für die Unterstützung, die ich in den vergangenen 13 Jahren durch die Mitglieder des Bürger für Dalheim e.V. und die BfD-Fraktion erfahren durfte. Ohne diesen Rückhalt wäre vieles nicht möglich gewesen.

Für das entgegengebrachte Vertrauen, die Zusammenarbeit und die vielen gemeinsamen Jahre danke ich Ihnen von Herzen.

Eure
Trudy Hennig